Über Pässe wie den Reschen und Straßen wie die Via Claudia Augusta gelangte Holz mitsamt Geschichten an Flüsse und Meere. Flößer steuerten riskante Fahrten, lernten Strömungen, verkauften Balken in Küstenstädten. Werkzeuge, Maße, sogar Witze wanderten mit, bis Handgriffe an Küsten plötzlich vertraut wirkten.
Trockene Bergluft verlangt Fugen, die bei Frost nicht spalten, während Salz, Sonne und Gischt elastische Beschichtungen an Küsten fordern. Leinöl, Kiefernteer und Naturharze schützen, Kupfernieten sichern, wenn Leime ermüden. Materialgerecht gedacht, werden Lösungen portabel: ein Prinzip, das Grenzen, Dialekte und Werkbankhöhen mühelos überbrückt.
Als eine Tischlerin aus Südtirol eine Werft auf Cres besuchte, passten Schmiege und Gefühl sofort. Sie brachte eine alte Schablone für Stuhlbeine mit, die zum Spantbogen wurde. Beim Abschied lagen Hobelspäne, Segeltuch und Telefonnummern nebeneinander – ein stilles Versprechen künftiger Reparaturen und Feste.